LOCATION /
Stadtgarten | Venloer Str. 40, 50672 Köln

GENRE /
Big Band, Jazz

BESETZUNG /

  • Achim Hartmann (Posaune)
  • Caris Hermes (Bass)
  • Carla Köllner (Posaune)
  • Frank Jacobi (Saxophon)
  • Günter Bollmann (Posaune)
  • Hans Dekker (Schlagzeug)
  • Hubert Nuss (Piano)
  • Jens Neufang (Saxophon)
  • John Ruocco (Klarinette)
  • Joris Roelofs (Klarinette)
  • Max Seibert (Trompete)
  • Pascal Bartoszak (Saxophon)
  • Paul Heller (Saxophon)
  • Raphael Klemm (Posaune)
  • Ruud Breuls (Trompete)
  • Stefan Pfeifer-Galilea (Saxophon)
  • Stephan Geiger (Trompete)
  • Wim Both (Trompete)

Jazz in Köln

Fast jeder der Augen- und Ohrenzeugen des Stadtgarten-Konzerts von Anat Cohen und Gabriele Mirabassi verlässt den Saal mit einem Lächeln. Auch mit einem Ausdruck der Be- und auch Verwunderung: Kann eine Klarinette so berühren, gar mitreißen?
Ja, sie kann. Den anfänglichen Skeptikern, die ihre Vorbehalte diesem Instrument gegenüber dem Dixieland und Swing zuschreiben, sind innerhalb eines Abends jegliche Berührungsängste genommen worden. Kein Zweifel, das Verdienst zweier Ausnahmekünstler.

Und Next Level Jazz, Paul Hellers Konzertreihe, die auch in diesem Jahr mit dem Klarinetten-Festival Multiphonics kooperiert, präsentiert 2019 zwei weitere Koryphäen dieser Holzbläser-Fraktion.

John Ruocco, ein Amerikaner in Europa, hat mit Dizzy Gillespie und Slide Hampton gespielt, hierzulande ist er seit den 80ern u.a. durch seine Arbeit mit Peter Herbolzheimer und Ack van Rooyen bekannt. Einer der wenigen, der die Klarinette durch boppige Fahrwasser souverän zu manövrieren versteht, ihr aber auch geschmeidige, kammermusikalische Feinheiten entlocken kann.

Ebenfalls aus den Niederlanden – eine Szene, zu der Heller engsten Kontakt pflegt – kommt Joris Roelofs, ein Spezialist auf der Bassklarinette, die vor allem mit experimentelleren und freieren Spielarten Improvisierter Musik in Verbindung gebracht wird – aber eben nicht ausschließlich: Er kann sie nicht nur herrlich knarzen und schnarren, sondern auch wunderbar lyrisch singen lassen.

John Ruocco und Joris Roelofs tragen das Ihrige dazu bei, das Image der Klarinette, vermeintlich steif, ein wenig verstaubt und in seiner emotionalen Ausdruckskraft begrenzt zu sein, zu entkräften. Aber abgesehen davon, dass beide auch hervorragende Saxophonisten sind: Entscheidender als all ihre instrumentale Kompetenz ist – wie auch im Falle von Cohen und Mirabassi – ihre Musikalität. Sie ist es letztlich, die etwas in uns auslöst.

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